Recruitingfilm
Ein Recruitingfilm ist ein Video, mit dem sich Unternehmen als Arbeitgeber präsentieren und potenzielle Bewerber ansprechen. Er zeigt beispielsweise den Arbeitsalltag, offene Stellen, Mitarbeitende, Unternehmenswerte oder besondere Vorteile eines Arbeitsplatzes.
Recruitingfilme werden im Personalmarketing und Employer Branding eingesetzt. Sie sollen einen authentischen Eindruck vom Unternehmen vermitteln, Interesse an einer Tätigkeit wecken und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu einer Bewerbung motivieren.
Neben dem Begriff Recruitingfilm werden auch Bezeichnungen wie Recruitingvideo, Arbeitgeberfilm oder Karrierevideo verwendet.
Welche Ziele verfolgt ein Recruitingfilm?
Ein Recruitingfilm kann unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Je nach Unternehmen, Zielgruppe und gesuchten Berufsprofilen kann er:
* das Unternehmen als Arbeitgeber vorstellen
* Einblicke in Arbeitsplätze und Teams ermöglichen
* bestimmte Ausbildungsplätze oder Stellenprofile erklären
* Werte und Unternehmenskultur vermitteln
* Mitarbeitende persönlich zu Wort kommen lassen
* den Bewerbungsprozess anschaulich erklären
* Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken erzeugen
* Bewerber zu einer konkreten Handlung auffordern
Besonders bei schwer zu besetzenden Stellen können Recruitingfilme helfen, ein Unternehmen persönlicher und greifbarer zu präsentieren als eine klassische Stellenanzeige.
Wie ist ein Recruitingfilm aufgebaut?
Der genaue Aufbau richtet sich nach dem Kommunikationsziel. Häufig beginnt ein Recruitingfilm mit einer Situation, Frage oder Aussage, die zur angesprochenen Zielgruppe passt.
Anschließend können Arbeitsplätze, Tätigkeiten, Teams und Entwicklungsmöglichkeiten gezeigt werden. Interviews oder kurze Aussagen von Mitarbeitenden verleihen dem Film eine persönliche Perspektive.
Typische Bestandteile sind:
* Vorstellung des Unternehmens
* Einblicke in den Arbeitsalltag
* Beschreibung konkreter Aufgaben
* Aussagen von Mitarbeitenden
* Informationen zu Ausbildung und Karriere
* Unternehmenskultur und Arbeitsatmosphäre
* Vorteile und Entwicklungsmöglichkeiten
* abschließende Aufforderung zur Bewerbung
Ein professionelles Briefing sollte vorab festlegen, welche Zielgruppe angesprochen wird und welche Botschaft der Film vermitteln soll.
Welche Arten von Recruitingfilmen gibt es?
Recruitingfilme können in verschiedenen Formen produziert werden:
Unternehmensbezogener Recruitingfilm:
Das gesamte Unternehmen wird als Arbeitgeber vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Kultur, Arbeitsumfeld und Entwicklungsmöglichkeiten.
Stellenbezogener Recruitingfilm:
Der Film wirbt gezielt für ein bestimmtes Berufsbild, eine Ausbildung oder eine offene Position.
Mitarbeiterporträt:
Einzelne Mitarbeitende berichten über ihre Aufgaben, Erfahrungen und den Arbeitsalltag.
Azubi- und Nachwuchsfilm:
Junge Beschäftigte oder Auszubildende sprechen gezielt potenzielle Nachwuchskräfte an.
Social-Recruiting-Video:
Kurze Hochkantvideos werden für TikTok, Instagram, LinkedIn oder andere soziale Netzwerke produziert. Häufig entstehen mehrere Varianten mit unterschiedlichen Einstiegen und Botschaften.
Szenischer Recruitingfilm:
Der Arbeitsalltag oder typische Situationen werden mit einer geplanten Handlung und gegebenenfalls gecasteten Darstellern inszeniert.
Unterschied zwischen Recruitingfilm und Imagefilm
Ein Imagefilm richtet sich häufig an Kunden, Geschäftspartner oder die allgemeine Öffentlichkeit. Er soll ein positives Bild des Unternehmens, seiner Leistungen und seiner Werte vermitteln.
Ein Recruitingfilm konzentriert sich dagegen auf das Unternehmen als Arbeitgeber. Er richtet sich gezielt an potenzielle Bewerber und beantwortet Fragen rund um Arbeitsplätze, Teams, Aufgaben und Karrierechancen.
Beide Formate können sich überschneiden. Ein Unternehmensfilm kann auch das Arbeitgeberimage stärken, während ein Recruitingfilm zugleich zur allgemeinen Markenwahrnehmung beiträgt.
Unterschied zwischen Recruitingfilm und Produktvideo
Ein Produktvideo stellt ein Produkt, seine Eigenschaften oder seine Anwendung vor. Der Recruitingfilm präsentiert dagegen Arbeitsplätze, Tätigkeiten und das Unternehmen als Arbeitgeber.
Bei beiden Formaten können Moderatoren, Darsteller, Models, Sprecher oder reale Mitarbeitende vor der Kamera eingesetzt werden.
Echte Mitarbeitende oder gecastete Darsteller?
Viele Unternehmen möchten in Recruitingfilmen ihre tatsächlichen Mitarbeitenden zeigen. Das kann besonders authentisch wirken, weil reale Personen aus eigener Erfahrung über ihren Beruf und das Unternehmen sprechen.
Nicht alle Mitarbeitenden fühlen sich jedoch vor der Kamera sicher. Wiederholte Einstellungen, längere Texte oder szenische Handlungen können für ungeübte Personen herausfordernd sein.
Gecastete Darsteller können sinnvoll sein, wenn:
* bestimmte Rollen zuverlässig besetzt werden müssen
* gesprochene Texte vorgesehen sind
* mehrere Szenen innerhalb kurzer Zeit produziert werden
* unterschiedliche Zielgruppen dargestellt werden sollen
* reale Mitarbeitende nicht zur Verfügung stehen
* der Film über einen langen Zeitraum verwendet werden soll
Auch eine Kombination ist möglich: Reale Mitarbeitende geben Interviews, während Darsteller ergänzende Arbeits- oder Alltagssituationen darstellen.
Wichtig ist, keine falschen Tatsachen vorzutäuschen. Wenn Darsteller Beschäftigte verkörpern, sollte die Inszenierung zum tatsächlichen Unternehmen und Arbeitsumfeld passen.
Welche Personen werden für Recruitingfilme gebucht?
Abhängig vom Konzept können unterschiedliche Personen benötigt werden:
* Schauspieler und Kleindarsteller
* Moderatoren
* Sprecher für Voice-over-Aufnahmen
* Models und People Models
* Creator für Social-Recruiting-Content
* Auszubildende und Berufseinsteiger
* Best Ager und erfahrene Berufstätige
* Menschen mit bestimmten beruflichen Kenntnissen
* authentische Real People
Die Auswahl sollte sich an den gesuchten Bewerbergruppen orientieren. Ein Film für Auszubildende benötigt beispielsweise andere Persönlichkeiten und eine andere Ansprache als ein Recruitingfilm für Fachkräfte oder Führungskräfte.
Worauf kommt es beim Casting an?
Beim Casting für einen Recruitingfilm zählen nicht nur Aussehen und Alter. Entscheidend ist, ob eine Person glaubwürdig zur jeweiligen Tätigkeit, Branche und Unternehmenskultur passt.
Wichtige Auswahlkriterien sind:
* natürliche Wirkung vor der Kamera
* verständliche und sympathische Ausdrucksweise
* passendes Spielalter und Erscheinungsbild
* sichere Umsetzung von Regieanweisungen
* glaubwürdige Darstellung beruflicher Situationen
* gegebenenfalls vorhandene Fachkenntnisse
* Verfügbarkeit am Drehort und Produktionstermin
Die Vorauswahl kann anhand von Fotos, einer Sedcard, Vorstellungsvideos oder einem E-Casting erfolgen.
Gage, Einwilligung und Nutzungsrechte
Werden professionelle Darsteller eingesetzt, richten sich Gage und mögliche Zusatzvergütungen unter anderem nach Aufgabe, Drehdauer und geplanter Nutzung.
Vor der Produktion sollte geregelt werden:
* auf welchen Plattformen der Film erscheint
* wie lange das Material genutzt werden darf
* ob bezahlte Social-Media-Werbung vorgesehen ist
* in welchen Ländern der Film veröffentlicht wird
* ob einzelne Szenen für weitere Formate verwendet werden
* ob eine spätere Verlängerung möglich ist
Je nach Vereinbarung können Nutzungsrechte durch ein Buyout abgegolten werden. Auch bei eigenen Mitarbeitenden sollten Einwilligung, Verwendungszweck und Bildrechte eindeutig und schriftlich geklärt werden.
Ein glaubwürdiger Recruitingfilm vermittelt nicht nur Informationen über offene Stellen. Er zeigt Menschen, Arbeitswelten und Unternehmenskultur und kann dadurch Bewerbern einen persönlichen Eindruck vom möglichen Arbeitsplatz geben.
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