Repertoire
Als Repertoire bezeichnet man die Gesamtheit der Werke, Rollen, Fähigkeiten oder Darbietungen, die eine Person oder eine Gruppe beherrscht und jederzeit präsentieren kann. Der Begriff wird besonders häufig in Musik, Theater, Schauspiel und anderen künstlerischen Bereichen verwendet.
So umfasst das Repertoire eines Musikers beispielsweise die Stücke, die er spielen kann. Bei einem Schauspieler gehören Rollenarten, Genres, Dialekte und besondere Fähigkeiten zum persönlichen Repertoire. Auch im allgemeinen Sprachgebrauch kann der Begriff verwendet werden, etwa für das Repertoire an Verhaltensweisen, Ideen oder Lösungsmöglichkeiten eines Menschen.
Das Wort stammt aus dem Französischen. Es geht auf „répertoire“ zurück und bezeichnete ursprünglich ein Verzeichnis oder eine Sammlung.
Was bedeutet Repertoire?
Ein Repertoire ist mehr als eine lose Sammlung von Kenntnissen. Gemeint sind vor allem Werke oder Fähigkeiten, die bereits erarbeitet wurden und zuverlässig abgerufen werden können.
Wer ein bestimmtes Lied einmal gehört hat, führt es deshalb noch nicht automatisch in seinem Repertoire. Erst wenn es sicher gespielt oder gesungen werden kann, gehört es zum verfügbaren Programm.
Je nach Zusammenhang kann ein Repertoire unterschiedliche Inhalte umfassen:
* Musikstücke und Lieder
* Theaterstücke und Bühnenprogramme
* Rollen und Charaktertypen
* Tanzstile und Choreografien
* Texte, Gedichte oder Moderationen
* Dialekte, Akzente und Sprachen
* artistische oder sportliche Fähigkeiten
* erprobte Methoden und Verhaltensweisen
Das Wort wird meistens im Singular verwendet: das Repertoire. Die Mehrzahl lautet die Repertoires.
Repertoire in Musik und Gesang
In der Musik bezeichnet das Repertoire alle Stücke, die ein Musiker, Sänger, Chor oder Orchester beherrscht und aufführen kann.
Das Repertoire kann nach unterschiedlichen Kriterien zusammengestellt sein, beispielsweise nach:
* Musikrichtung
* Epoche
* Komponist
* Instrument
* Schwierigkeitsgrad
* Anlass
* Zielgruppe
Eine Sängerin kann beispielsweise über ein Repertoire aus Pop-, Jazz- und Musicalstücken verfügen. Ein klassisches Orchester führt dagegen möglicherweise Werke verschiedener Komponisten und Musikepochen in seinem Repertoire.
Auch Veranstalter fragen häufig nach dem Repertoire eines Künstlers, um beurteilen zu können, ob das Programm zu einem Konzert, einer Feier oder einer Produktion passt.
Repertoire im Theater und Schauspiel
Im Theater bezeichnet das Repertoire zum einen die Stücke, die ein Theater aufführt oder aufführen kann. Zum anderen kann damit die Bandbreite eines Ensembles oder einzelner Darsteller gemeint sein.
Das persönliche Repertoire eines Schauspielers kann beispielsweise Folgendes umfassen:
* komödiantische und dramatische Rollen
* klassische und moderne Theatertexte
* Improvisation
* unterschiedliche Dialekte und Akzente
* historische oder zeitgenössische Rollen
* körperbetontes Schauspiel
* Gesang, Tanz oder Bühnenerfahrung
Ein vielseitiges Repertoire zeigt, welche Figuren und Ausdrucksformen ein Darsteller glaubwürdig verkörpern kann. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Fähigkeiten aufzulisten. Entscheidend ist, dass die genannten Kenntnisse tatsächlich beherrscht und bei einem Casting oder einer Produktion eingesetzt werden können.
Repertoire im Casting- und Medienbereich
Bei Castings hilft das Repertoire dabei, Talente passend zu einer Rolle oder einem Projekt einzuordnen. Neben Schauspielern können auch Models, Sprecher, Musiker, Tänzer, Performer und Moderatoren ein berufliches Repertoire besitzen.
Dazu können gehören:
* bisher gespielte Rollenarten
* Erfahrungen in Film, Fernsehen, Theater oder Werbung
* Gesangs- und Tanzstile
* Moderations- oder Sprecherfahrung
* Sprachen, Dialekte und Akzente
* Instrumente
* Sportarten
* Stunts und besondere Bewegungsfähigkeiten
* Führerscheine und spezielle Qualifikationen
Für Castingagenturen und Produktionsfirmen sind solche Angaben wichtig, weil sie eine gezielte Suche ermöglichen. Wird beispielsweise ein Darsteller mit Reiterfahrung, bayerischem Dialekt oder sicherem Umgang mit einem Musikinstrument gesucht, können entsprechend gepflegte Profile schneller gefunden werden.
Was ist der Unterschied zwischen Repertoire und Portfolio?
Repertoire und Portfolio werden gelegentlich verwechselt, bezeichnen aber unterschiedliche Dinge.
Das Repertoire beschreibt, was eine Person beherrscht und darbieten kann. Das Portfolio zeigt anhand von Arbeitsproben, Bildern oder Referenzen, was sie bereits gemacht hat.
Ein Schauspieler kann beispielsweise verschiedene Dialekte und Rollenarten in seinem Repertoire führen. Szenen aus bisherigen Produktionen präsentiert er dagegen in einem Demoband oder Showreel.
Ähnlich funktioniert eine Sedcard: Sie bündelt Fotos, persönliche Angaben, Erfahrungen und besondere Fähigkeiten in einem übersichtlichen Profil. Das Repertoire ist somit ein Teil der professionellen Selbstdarstellung, aber nicht mit dem vollständigen Portfolio gleichzusetzen.
Wie stellt man sein Repertoire zusammen?
Ein gutes Repertoire sollte übersichtlich, konkret und aktuell sein. Allgemeine Aussagen wie „sportlich“, „musikalisch“ oder „wandlungsfähig“ helfen bei einer professionellen Auswahl nur begrenzt.
Aussagekräftiger sind genaue Angaben, beispielsweise:
* Klavierspiel seit zehn Jahren
* Bühnenerfahrung im Improvisationstheater
* fließendes Englisch mit britischem Akzent
* Standard- und Lateintanz auf Turnierniveau
* Moderation von Live-Events und Interviews
* Erfahrung mit historischen Fechtszenen
Talente sollten nur Fähigkeiten angeben, die sie sicher beherrschen und bei Bedarf vorführen können. Auch das jeweilige Erfahrungsniveau sollte realistisch beschrieben werden.
Warum sollte ein Repertoire regelmäßig aktualisiert werden?
Ein Repertoire entwickelt sich mit jeder neuen Erfahrung weiter. Rollen, Workshops, Produktionen, Sprachkenntnisse oder neu erlernte Fähigkeiten können das berufliche Spektrum erweitern.
Gleichzeitig sollten Angaben entfernt oder angepasst werden, wenn Fähigkeiten längere Zeit nicht mehr ausgeübt wurden. Ein aktuelles und glaubwürdiges Repertoire erleichtert die passende Besetzung und verhindert falsche Erwartungen beim Casting.
Für Künstler und Talente ist es deshalb sinnvoll, Repertoire, Fotos, Referenzen und Videomaterial regelmäßig zu überprüfen. So entsteht ein realistisches Gesamtbild der aktuellen Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten.
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