Polas / Polaroids
Polas, auch Polaroids oder Digitals genannt, sind natürliche und möglichst unbearbeitete Fotos von Models oder anderen Talenten. Sie zeigen, wie eine Person aktuell aussieht – ohne aufwendiges Styling, starke Posen, Filter oder umfangreiche Bildbearbeitung.
Der Begriff stammt aus einer Zeit, in der Agenturen solche Aufnahmen häufig mit Polaroid-Sofortbildkameras anfertigten. Heute werden Polas überwiegend digital mit einer Kamera oder einem Smartphone aufgenommen. Die Bezeichnung ist in der Model- und Castingbranche dennoch erhalten geblieben.
Polas helfen Agenturen, Casting-Verantwortlichen und Auftraggebern dabei, Aussehen, Proportionen und Ausstrahlung einer Person realistisch einzuschätzen.
Warum sind Polas für Models wichtig?
Professionelle Mode- und Werbefotos zeigen Models häufig vollständig gestylt, geschminkt und inszeniert. Licht, Kleidung, Perspektive und Bildbearbeitung beeinflussen dabei den Eindruck.
Polas erfüllen einen anderen Zweck: Sie sollen eine möglichst unverfälschte Entscheidungsgrundlage liefern. Auftraggeber möchten erkennen können, wie ein Model derzeit aussieht und ob es zu einer Kampagne, Kollektion oder bestimmten Rolle passt.
Besonders wichtig sind Polas bei:
* Bewerbungen bei Model- und Castingagenturen
* Modelcastings und Go-Sees
* der Vorauswahl für Fotoshootings
* E-Commerce- und Fashionproduktionen
* Werbe-, Film- und Fernsehproduktionen
* der Aktualisierung einer digitalen Sedcard
Auch Schauspieler, Komparsen und Real People können bei einem Casting um aktuelle, natürliche Fotos gebeten werden. Der Begriff Polas wird jedoch besonders häufig im Modelbereich verwendet.
Welche Polas werden benötigt?
Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Agentur oder Produktion. Eine grundlegende Pola-Serie besteht häufig aus:
* einem frontalen Portrait mit neutralem Gesichtsausdruck
* einem Portrait mit freundlichem Lächeln
* einer Ganzkörperaufnahme von vorne
* einer seitlichen Ganzkörperaufnahme
* gegebenenfalls einer Ganzkörperaufnahme von hinten
* einem seitlichen Portrait oder Profilfoto
Gesicht und Körper sollten vollständig und gut erkennbar sein. Unterschiedliche Perspektiven helfen dabei, einen realistischen Gesamteindruck zu erhalten.
Wenn eine Agentur oder Produktion konkrete Vorgaben macht, sollten diese genau beachtet werden. Zusätzliche oder freizügigere Aufnahmen sollten nur erstellt werden, wenn sie ausdrücklich verlangt werden, seriös begründet sind und man sich damit wohlfühlt.
Wie sollten gute Polas aussehen?
Gute Polas sind klar, aktuell und natürlich. Ein ruhiger, möglichst einfarbiger Hintergrund verhindert Ablenkungen. Fotografiert werden sollte bei gleichmäßigem Licht, beispielsweise in der Nähe eines Fensters oder draußen im offenen Schatten.
Wichtig sind:
* gute Belichtung
* scharfe Bildqualität
* natürliche Hauttöne
* gerade Kameraperspektive
* aufrechte Körperhaltung
* vollständig sichtbares Gesicht
* zurückhaltende Mimik und Posen
* keine Filter oder Beauty-Effekte
Die Kamera sollte für Ganzkörperaufnahmen ungefähr auf Höhe der Körpermitte gehalten werden. Starke Auf- oder Untersichten können Proportionen verzerren und sind daher ungeeignet.
Weitere Hinweise für passende Castingbilder enthält der FAMEONME Foto-Guide.
Welche Kleidung eignet sich für Polaroids?
Die Kleidung sollte schlicht, körpernah und möglichst einfarbig sein. Sie soll die natürlichen Proportionen erkennen lassen, ohne vom Model abzulenken.
Geeignet sind beispielsweise:
* eine schlichte Jeans oder eng anliegende Hose
* ein neutrales T-Shirt, Top oder körpernahes Oberteil
* saubere, schlichte Schuhe
* ein zurückhaltender Look ohne große Logos und Muster
Sehr weite Kleidungsstücke erschweren die Beurteilung der Körperform. Auffällige Accessoires, große Schmuckstücke, Hüte und Sonnenbrillen sollten ebenfalls vermieden werden.
Make-up, Haare und Styling bei Polas
Das Styling sollte natürlich bleiben. In vielen Fällen werden Polas ungeschminkt oder nur mit sehr dezentem Make-up aufgenommen. Haut, Gesichtszüge und besondere Merkmale sollen realistisch erkennbar sein.
Die Haare werden üblicherweise offen und natürlich getragen. Ergänzend kann eine zweite Aufnahme mit zurückgebundenen Haaren sinnvoll sein, damit Gesicht, Hals und Haaransatz gut sichtbar sind.
Retuschierte Haut, künstlich veränderte Körperformen und Social-Media-Filter widersprechen dem eigentlichen Zweck von Polas.
Kann man Polas mit dem Smartphone erstellen?
Für aktuelle Polas ist kein professionelles Fotoshooting erforderlich. Ein modernes Smartphone liefert bei gutem Licht meist eine ausreichende Bildqualität.
Idealerweise werden die Fotos von einer anderen Person aufgenommen. Spiegelselfies und Aufnahmen mit ausgestrecktem Arm können Perspektive und Proportionen verfälschen. Auch der Porträtmodus sollte vorsichtig eingesetzt werden, da künstliche Unschärfe Haare oder Körperkonturen fehlerhaft darstellen kann.
Entscheidend ist nicht die technische Inszenierung, sondern eine ehrliche und gut erkennbare Darstellung.
Unterschied zwischen Polas, Bewerbungsfoto und Sedcard
Ein Bewerbungsfoto für Castings kann etwas stärker auf Persönlichkeit und Ausstrahlung ausgerichtet sein. Polas folgen dagegen meist einer bewusst neutralen und dokumentarischen Darstellung.
Eine Sedcard fasst mehrere Fotos und wichtige persönliche Angaben in einem Profil zusammen. Sie kann professionelle Aufnahmen, Bewerbungsfotos und aktuelle Polas enthalten.
Polas ersetzen daher nicht zwingend das gesamte Portfolio. Sie ergänzen es um eine realistische Darstellung des aktuellen Aussehens.
Sind Polas auch Continuity-Fotos?
Am Filmset werden ebenfalls natürliche Dokumentationsfotos angefertigt. Darauf werden Kostüm, Frisur, Make-up oder die Position von Requisiten festgehalten, damit Anschlussfehler zwischen verschiedenen Drehtagen vermieden werden.
Diese Aufnahmen dienen der sogenannten Continuity und verfolgen einen anderen Zweck als Bewerbungs-Polas. Im allgemeinen Casting- und Modelkontext meint der Begriff Polas vor allem natürliche Aufnahmen zur Beurteilung eines Models oder Talents.
Wie aktuell sollten Polas sein?
Polas sollten das gegenwärtige Erscheinungsbild zeigen. Nach sichtbaren Veränderungen wie einer neuen Frisur, einer anderen Haarfarbe, einem Bart oder einer deutlichen körperlichen Veränderung sollten neue Bilder aufgenommen werden.
Auch ohne größere Typveränderung empfiehlt es sich, die vorhandenen Aufnahmen regelmäßig zu prüfen. Aktuelle Fotos schaffen Verlässlichkeit und verhindern, dass Agentur, Auftraggeber und Produktion beim persönlichen Casting oder am Drehtag einen anderen Eindruck erhalten.
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