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Cold Read

Cold Read – Vorsprechen ohne lange Vorbereitung

Als Cold Read bezeichnet man im Casting- und Schauspielbereich das Vorsprechen mit einem Text oder einer Szene, die der Schauspieler oder Darsteller erst kurz vor dem Casting erhält. Im Gegensatz zu einem vorbereiteten Vorsprechen bleibt beim Cold Read wenig oder keine Zeit, den Text auswendig zu lernen oder die Rolle ausführlich zu erarbeiten.

Ziel ist es, zu sehen, wie schnell ein Darsteller eine neue Szene erfasst, eine Figur interpretiert und schauspielerische Anweisungen umsetzt.

Cold Reads können bei klassischen Castings, Auditions, Callbacks oder Rollenproben eingesetzt werden.

Wie läuft ein Cold Read ab?

Bei einem Cold Read erhalten Schauspieler oder Darsteller das sogenannte Casting Material beziehungsweise die entsprechenden Szenen häufig erst unmittelbar vor dem Vorsprechen.

Nach einer kurzen Vorbereitungszeit wird die Szene vor Casting Director, Regie oder Produktion gespielt. Der Text darf dabei – abhängig vom Casting – häufig weiterhin verwendet werden.

Entscheidend ist weniger, dass jedes Wort perfekt auswendig sitzt. Vielmehr geht es darum, die Situation und Figur schnell zu verstehen und eine glaubwürdige Interpretation der Szene zu entwickeln.

Was wird bei einem Cold Read bewertet?

Ein Cold Read ermöglicht Casting-Verantwortlichen, verschiedene Fähigkeiten eines Darstellers einzuschätzen.

Dazu gehören unter anderem:

* schnelles Textverständnis

* Interpretation einer Rolle

* glaubwürdiges Schauspiel

* Spontaneität

* Konzentrationsfähigkeit

* Umgang mit unbekanntem Material

* Reaktion auf Regieanweisungen

* Anpassungsfähigkeit

* Präsenz und Ausdruck

Besonders interessant kann sein, wie ein Darsteller mit Änderungen umgeht. Nach einem ersten Durchgang können beispielsweise neue Anweisungen zur Rolle, Stimmung oder Spielweise gegeben werden.

Cold Read und Regieanweisungen

Ein wichtiger Bestandteil eines Cold Reads kann die sogenannte Direction sein.

Dabei erhält der Darsteller nach dem ersten Durchgang eine neue Anweisung und soll die Szene anschließend anders interpretieren. Beispielsweise kann eine Szene emotionaler, zurückhaltender, humorvoller oder mit einer anderen Motivation gespielt werden.

Damit lässt sich beurteilen, wie flexibel ein Schauspieler auf kreative Vorgaben reagiert und wie schnell er diese in sein Spiel integriert.

Cold Read beim Callback

Cold Reads können insbesondere im weiteren Verlauf eines Castings eingesetzt werden.

Bei einem Callback wurden potenzielle Darsteller bereits vorausgewählt und erneut zum Casting eingeladen. Zusätzlich zu bereits bekanntem Material kann dabei eine neue Szene vorgelegt werden, um weitere Facetten des Schauspielers kennenzulernen oder verschiedene Besetzungsmöglichkeiten auszuprobieren.

Cold Read vs. vorbereitetes Vorsprechen

Der wesentliche Unterschied liegt in der Vorbereitungszeit.

Bei einem klassischen vorbereiteten Vorsprechen kennt der Darsteller den Text oder die Szene bereits im Vorfeld und kann sich intensiv mit Rolle, Dialog und Interpretation beschäftigen.

Beim Cold Read steht dagegen die spontane Auseinandersetzung mit unbekanntem Material im Mittelpunkt.

Beide Castingmethoden können unterschiedliche Fähigkeiten sichtbar machen und innerhalb eines Besetzungsprozesses miteinander kombiniert werden.

Cold Read vs. Self Tape

Auch ein Self Tape unterscheidet sich grundsätzlich vom Cold Read.

Beim Self Tape nimmt ein Schauspieler sein Castingvideo selbst auf und kann – abhängig von den Vorgaben – die Szene vorbereiten und gegebenenfalls mehrere Takes aufnehmen.

Beim klassischen Cold Read erfolgt die Darstellung dagegen mit sehr kurzer Vorbereitungszeit und häufig unmittelbar innerhalb einer Castingsituation.

Tipps für einen Cold Read

Auch wenn ein Cold Read bewusst wenig Vorbereitungszeit bietet, können sich Schauspieler auf diese Form des Castings grundsätzlich vorbereiten.

Hilfreich sind beispielsweise:

* Szene zunächst vollständig erfassen

* Situation und Beziehung der Figuren verstehen

* wichtige Wendepunkte im Dialog erkennen

* nicht ausschließlich auf den Text schauen

* Blickkontakt mit dem Szenenpartner halten

* ruhig und konzentriert bleiben

* nicht an einzelnen Versprechern festhalten

* auf Regieanweisungen flexibel reagieren

Beim Cold Read geht es nicht um perfektes Auswendiglernen, sondern darum, auch mit unbekanntem Material eine überzeugende schauspielerische Situation entstehen zu lassen.

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