Gesichtsmodel
Ein Gesichtsmodel wird hauptsächlich für Foto- und Videoaufnahmen gebucht, bei denen das Gesicht oder einzelne Bereiche davon im Mittelpunkt stehen. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Face Model, Beauty Model oder Beauty-Gesicht.
Gesichtsmodels kommen vor allem bei Produktionen für Kosmetik, Hautpflege, Make-up, Schmuck, Brillen und andere Beauty- oder Lifestyleprodukte zum Einsatz. Anders als bei Fashion- oder Laufstegmodels sind Körpergröße und klassische Modelmaße häufig weniger wichtig. Entscheidend sind das Gesicht, die Ausstrahlung und die Wirkung in Nahaufnahmen.
Ein Gesichtsmodel muss nicht einem einheitlichen Schönheitsideal entsprechen. Je nach Marke und Kampagne können sehr unterschiedliche Altersgruppen, Hautbilder und Gesichtstypen gefragt sein.
Für welche Produktionen werden Gesichtsmodels gebucht?
Gesichtsmodels werden überall dort eingesetzt, wo das Gesicht ein Produkt präsentiert, eine Markenbotschaft vermittelt oder die visuelle Wirkung einer Aufnahme bestimmt.
Typische Einsatzbereiche sind:
* Beauty- und Kosmetikkampagnen
* Hautpflege und Sonnenschutz
* Make-up, Lippenstift und Mascara
* Haarpflege und Haarstyling
* Schmuck und Accessoires
* Brillen und Kontaktlinsen
* Wellness- und Lifestyleprodukte
* E-Commerce und Produktfotografie
* Editorials und Magazinproduktionen
* Social-Media-Content
* Werbefilme und Online-Spots
* Tutorials und Anwendungsvideos
Abhängig vom Produkt kann entweder das gesamte Gesicht oder nur ein bestimmter Bereich aufgenommen werden. Bei einem Augen-Make-up stehen beispielsweise Augen und Wimpern im Mittelpunkt, während für Lippenpflege vor allem Mund und Lippen fotografiert werden.
Welche Voraussetzungen sollte ein Gesichtsmodel erfüllen?
Es gibt keine allgemein verbindlichen Voraussetzungen für Gesichtsmodels. Welche Merkmale gesucht werden, hängt vom jeweiligen Auftrag und der Zielgruppe der Marke ab.
Wichtige Voraussetzungen können sein:
* ausdrucksstarke Gesichtszüge
* kontrollierte Mimik
* Sicherheit vor der Kamera
* Geduld bei zahlreichen Detailaufnahmen
* gepflegtes und zum Projekt passendes Erscheinungsbild
* Zuverlässigkeit und professionelles Verhalten
* Bereitschaft zu unterschiedlichen Make-up- und Stylingkonzepten
Da Gesichtsmodels häufig in Groß- und Nahaufnahmen zu sehen sind, werden kleine Veränderungen in Mimik und Blickrichtung besonders deutlich. Die Fähigkeit, Gesichtsausdrücke präzise zu variieren und Anweisungen umzusetzen, ist daher besonders wichtig.
Auch längeres Stillhalten kann erforderlich sein, etwa wenn Make-up mehrfach verändert, Schmuck positioniert oder Licht und Kamerawinkel genau angepasst werden.
Muss ein Gesichtsmodel makellose Haut haben?
Nein. Welche Hautstruktur gewünscht ist, richtet sich nach dem Konzept. Für manche klassische Beautyproduktionen wird ein sehr ebenmäßiges Hautbild gesucht. Andere Kampagnen möchten unterschiedliche Hauttypen, Altersmerkmale oder sichtbare Besonderheiten authentisch darstellen.
Gesucht werden beispielsweise Models mit:
* Sommersprossen
* reifer Haut
* markanten Gesichtszügen
* Vitiligo
* sichtbaren Narben
* unterschiedlichen Hauttönen
* natürlicher Hautstruktur
* Akne oder anderen realistischen Hautbildern
Insbesondere bei authentischer Markenkommunikation und Social-Media-Content wird Haut nicht immer vollständig geglättet oder stark retuschiert. Entscheidend ist, dass das Model zum Produkt, zur Bildsprache und zur angesprochenen Zielgruppe passt.
Bestimmte Hautpflegeproduktionen können dennoch konkrete Anforderungen stellen. Diese sollten im Casting transparent benannt werden, ohne Menschen aufgrund natürlicher Hautmerkmale abzuwerten.
Was ist der Unterschied zwischen Gesichtsmodel und Part Model?
Ein Gesichtsmodel ist grundsätzlich eine Form des Part Models. Part Models präsentieren bestimmte Körperbereiche, beispielsweise Hände, Füße, Haare, Beine oder das Gesicht.
Der Begriff Gesichtsmodel bezieht sich auf Produktionen, bei denen das gesamte Gesicht oder dessen Wirkung im Mittelpunkt steht. Für sehr detaillierte Aufnahmen können zusätzlich speziellere Bezeichnungen wie Lippenmodel, Augenmodel oder Haarmodel verwendet werden.
Die Übergänge sind fließend. Ein Model kann sowohl für vollständige Beautyaufnahmen als auch für einzelne Detailmotive gebucht werden.
Wie bewirbt man sich als Gesichtsmodel?
Für die Bewerbung sind aktuelle und möglichst unverfälschte Fotos entscheidend. Eine umfangreiche professionelle Fotoproduktion ist für den ersten Kontakt nicht zwingend erforderlich.
Sinnvolle Bewerbungsbilder sind:
* ein frontales Porträt bei Tageslicht
* Aufnahmen von beiden Seiten
* ein Foto mit natürlichem Lächeln
* ein neutrales Porträt ohne starke Mimik
* Detailaufnahmen von Augen, Lippen und Haut
* ein Foto ohne oder mit sehr dezentem Make-up
Die Bilder sollten ohne Beautyfilter und ohne starke Retusche aufgenommen werden. Auftraggeber müssen erkennen können, wie Gesicht und Haut aktuell aussehen. Stark bearbeitete Fotos können zu falschen Erwartungen beim Casting führen.
In der Sedcard können zusätzlich Erfahrungen, besondere Gesichtseigenschaften und bisherige Beautyproduktionen angegeben werden. Kurze Videos zeigen außerdem, wie sicher das Model mit Blickrichtungen und unterschiedlichen Gesichtsausdrücken umgehen kann.
Wie läuft ein Casting für Gesichtsmodels ab?
Bei der Vorauswahl werden zunächst Fotos und gegebenenfalls Videos geprüft. Für bestimmte Kampagnen folgt anschließend ein persönliches Casting, E-Casting oder Testshooting.
Dabei kann die Produktion unter anderem prüfen:
* wie das Gesicht bei unterschiedlichem Licht wirkt
* wie sicher das Model verschiedene Mimiken umsetzt
* ob Haut, Haare oder Gesichtszüge zum Produkt passen
* wie verschiedene Make-up-Looks wirken
* ob Nah- und Detailaufnahmen funktionieren
* ob das Model vor der Kamera natürlich bleibt
Bei Beautyproduktionen kann vor der endgültigen Buchung außerdem ein Fitting, Make-up-Test oder Probe-Shooting stattfinden.
Welche Gage erhält ein Gesichtsmodel?
Die Vergütung hängt von Umfang, Medium und Verwendungszweck der Produktion ab. Neben der eigentlichen Gage für Shooting oder Dreh können zusätzliche Zahlungen für die Nutzung der Aufnahmen vereinbart werden.
Für die Kalkulation sind insbesondere wichtig:
* Dauer des Shootings
* Art und Umfang der Aufnahmen
* verwendete Medien
* Nutzungsdauer
* Länder und Verbreitungsgebiet
* Exklusivität
* Größe und Reichweite der Kampagne
Bei einer umfangreichen Kosmetik- oder Werbekampagne können die Nutzungsrechte einen erheblichen Teil der Gesamtvergütung ausmachen. Vor der Buchung sollte deshalb klar geregelt sein, wo und wie lange die Aufnahmen eingesetzt werden dürfen. Weitere Informationen dazu bietet der Beitrag zum Buyout.
Werden Beautyfotos retuschiert?
Die Bearbeitung von Beautyaufnahmen ist üblich. Dazu können Anpassungen von Licht, Farben, Kontrasten und kleinen temporären Hautveränderungen gehören.
Wie stark ein Gesicht verändert werden darf, sollte jedoch zum Kampagnenkonzept passen. Gerade bei Produktionen, die mit Natürlichkeit, Vielfalt oder einem bestimmten Hautbild werben, kann eine übermäßige Retusche der eigentlichen Aussage widersprechen.
Models sollten vor einer Buchung klären, wie die Bilder verwendet und bearbeitet werden. Das gilt besonders dann, wenn persönliche Merkmale entfernt oder deutlich verändert werden sollen.
Gesichtsmodels stehen somit nicht für ein bestimmtes Idealbild. Sie werden gebucht, weil Gesicht, Ausdruck und Persönlichkeit zu einem Produkt und einer visuellen Botschaft passen.
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