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Fitting

Fitting bezeichnet die Anprobe diverser Kleidungsstücke, welche von einem Designer oder einer Modemarke produziert und anschließend im Massenmarkt vertrieben werden. Während typische Laufsteg- und Fotomodels weitestgehend über Idealmaße verfügen müssen, dient das Fitting dazu, die Kleidung für den späteren Massenmarkt vorzubereiten. Dafür werden Kleidungsstücke in unterschiedlichen Größen, Farben und Ausführungen an verschiedenen Models ausprobiert, wobei die Models in ihren eigenen Maßen und Formen mit denen der Zielgruppe übereinstimmen müssen. Im Jargon heißt es deshalb auch, dass die Kleidung dann erstmals an “echten” Menschen anprobiert wird, weshalb die Fitting-Models die Rolle eines lebendigen Mannequins einnehmen. Anders als der Mannequin, können Designer durch das Fitting auch auf Bewegungen und Veränderungen der Kleidung eingehen, zudem können Rückschlüsse auf Qualität und Verarbeitung gezogen werden.

Beim Fitting wird besonders auf die generelle Größe, Beinlänge, Armlänge und das Torso-Hüfte Verhältnis geachtet. Durch die verschiedenen Konfektionsgrößen und Schnitte werden für ein Fitting folglich auch verschiedene Models gecasted, welche in jeder Form und Größe präsent sein können. Große Marken casten für identische Konfektionsgrößen und Schnitte sogar mehrere Models, um auch auf Details und Kleinigkeiten eingehen zu können. Das Fitting existiert nicht nur in der Frauenwelt, da selbstverständlich auch Kleidung für Männer auf den Massenmarkt zugeschnitten werden muss. Besonders umfangreich fällt der Fittingprozess in der Männerwelt bei Anzügen aus, da wesentlich mehr Ausführungen als nur die gängigen Konfektionsgrößen von XS bis XL existieren. Professionelle Fittingmodels übernehmen nicht nur die Rolle eines lebendigen Mannequins, sondern nehmen auch aktiv am Designprozess teil. Sie können Feedback über den Tragekomfort und eventuelle Makel der Kleidung geben, zudem können Aussagen über Bewegungsfreiheit, Look und andere Aspekte der Kleidung getroffen werden, welche von Designern im Designprozess unter Umständen übersehen wurden. Die Fittingmodels sind damit auch aktiv die erste Instanz, welche neue Kleidungsstücke und Kollektionen anprobiert und sich in die Rolle des typischen Käufers versetzt. Die Models für das Fitting sollen deshalb durchaus über normale Formen und einen bodenständigen Charakter verfügen, um die Arbeit zwischen Model und Designer während des Fittings so unkompliziert wie möglich zu gestalten.

Generell begrüßen Designer daher auch die Meinung des Fittingmodels zur eigenen Kleidung. Sie sollen den späteren Träger verkörpern und dürfen daher auch Kritik äußern, welche vom Designer genutzt werden kann, um der Kollektion den letzten Feinschliff zu verpassen. Diese Auffassung kann selbstverständlich je nach Designer (und Arbeitgeber) variieren, auch spielen die Erfahrungswerte des Models eine große Rolle, inwiefern Feedback akzeptiert und abverlangt wird. Für Frauen existieren beim Fitting insgesamt fünf grundlegende Passformen: junior, missy, contemporary, petite und plus size. Die jeweiligen Passformen werden dann noch nach Alter und einzelnen Proportionen unterteilt, insbesondere wenn die Kleidung in verschiedenen Ausführungen erscheint. Viele weibliche Fittingmodels haben sich auf diverse Kleidungsstücke spezialisiert, zum Beispiel Unterwäsche, Kleider, Jeans oder Business-Kleidung. Dadurch können die jeweiligen Models beim Fitting genauere Aussagen machen, welche größtenteils auf Erfahrungswerten aus anderen Fittings beruhen und dem Designer daher eine transparentere und authentischere Meinung bieten. Um für ein Fitting gecasted zu werden, sollten die weiblichen und männlichen Models über die “Idealmaße”, also die weit verbreitete Norm, für ihre jeweilige Konfektionsgröße verfügen.

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