Deutscher Filmpreis
Der Deutsche Filmpreis ist die wichtigste Auszeichnung für den deutschen Film. Er wird seit 1951 vergeben und würdigt herausragende Kinoproduktionen sowie die Leistungen der daran beteiligten Filmschaffenden.
Die Preisträger erhalten die sogenannte Lola. Deshalb werden sowohl die Auszeichnung als auch die jährliche Verleihung häufig einfach als „Lola“ bezeichnet. Der Deutsche Filmpreis gehört zu den höchstdotierten Kulturpreisen Deutschlands und ist zugleich ein wichtiges Instrument der deutschen Filmförderung.
Wer vergibt den Deutschen Filmpreis?
Der Deutsche Filmpreis wird von der Beauftragten beziehungsweise dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vergeben. Die Durchführung und Auswahl erfolgen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Filmakademie.
Die Mitglieder der Deutschen Filmakademie stammen aus unterschiedlichen Bereichen der Filmbranche. Dazu gehören unter anderem Produzenten, Regisseure, Autoren, Kameraleute, Filmeditoren und Schauspieler. Sie stimmen in einem mehrstufigen Verfahren über Nominierungen und Preisträger ab.
Dadurch gilt die Lola nicht nur als staatliche Auszeichnung, sondern auch als Preis, der wesentlich von den Mitgliedern der Filmbranche selbst bestimmt wird.
Warum heißt der Preis „Lola“?
Die heutige Preisskulptur wurde 1999 eingeführt und trägt den Namen Lola. Die Bezeichnung erinnert an bekannte weibliche Figuren der deutschen Filmgeschichte. Dazu gehören beispielsweise Marlene Dietrichs Rolle Lola Lola in „Der blaue Engel“ und die Hauptfigur aus Rainer Werner Fassbinders Film „Lola“.
Die Figur der Lola steht sinnbildlich für die Vielfalt, Ausdruckskraft und Geschichte des deutschen Films. Beim besten Spielfilm werden Lolas in Gold, Silber und Bronze vergeben. Die Gewinner anderer Kategorien erhalten in der Regel eine Lola in Gold.
Welche Kategorien gibt es?
Beim Deutschen Filmpreis werden sowohl komplette Produktionen als auch einzelne künstlerische und technische Leistungen ausgezeichnet. Zu den wichtigsten Kategorien gehören:
* bester Spielfilm,
* bester Dokumentarfilm,
* bester Kinderfilm,
* beste Regie,
* bestes Drehbuch,
* beste weibliche und männliche Hauptrolle,
* beste weibliche und männliche Nebenrolle,
* beste Kamera und Bildgestaltung,
* bester Schnitt,
* bestes Szenenbild und Kostümbild,
* beste Filmmusik und Tongestaltung,
* beste visuelle Effekte.
Darüber hinaus können Ehrenpreise und weitere besondere Auszeichnungen vergeben werden. Die Kategorien werden gelegentlich angepasst, um technische und gesellschaftliche Entwicklungen der Filmbranche zu berücksichtigen.
Wie werden die Nominierten ausgewählt?
Produktionen müssen bestimmte formale Voraussetzungen erfüllen, um am Auswahlverfahren teilnehmen zu können. Dazu gehören unter anderem Vorgaben zur Kinoauswertung und zur deutschen Beteiligung an einer Produktion.
In verschiedenen Auswahlstufen befassen sich Mitglieder der Deutschen Filmakademie mit den eingereichten Filmen. Anschließend wird über die Nominierungen und die Gewinner abgestimmt. In vielen Kategorien entscheiden vor allem Mitglieder aus den jeweils entsprechenden Fachbereichen.
Bei einer schauspielerischen Auszeichnung steht die konkrete Leistung in einer Filmrolle im Mittelpunkt. Bekanntheit oder kommerzieller Erfolg allein reichen nicht aus. Bewertet werden unter anderem Glaubwürdigkeit, Ausdruck, Rollenentwicklung und die Wirkung innerhalb des Films.
Welche Bedeutung hat eine Lola?
Eine Nominierung oder Auszeichnung kann die öffentliche Wahrnehmung eines Films deutlich erhöhen. Sie wirkt als Qualitätssignal gegenüber Kinobetreibern, Medien, Verleihern und dem Publikum.
Für einen Regisseur, Schauspieler oder andere Filmschaffende kann die Lola außerdem neue berufliche Möglichkeiten eröffnen. Besonders Nachwuchstalente und kleinere Produktionen können durch eine Nominierung größere Aufmerksamkeit erhalten.
Die mit dem Filmpreis verbundenen Prämien fließen teilweise in die Entwicklung oder Produktion neuer Filmprojekte. Der Deutsche Filmpreis würdigt daher nicht nur abgeschlossene Leistungen, sondern unterstützt zugleich die weitere Entwicklung des deutschen Kinos.
Welche Rolle spielt das Casting?
Die Grundlage überzeugender schauspielerischer Leistungen entsteht bereits lange vor den Dreharbeiten. Beim Casting wird entschieden, welche Person eine Figur glaubwürdig verkörpern und innerhalb des Ensembles funktionieren kann.
Eine passende Besetzung verbindet das Rollenprofil mit Persönlichkeit, Ausdruck und schauspielerischer Erfahrung. Dabei können sowohl etablierte Darsteller als auch Newcomer entdeckt werden. Dass Casting selbst einen wichtigen künstlerischen Beitrag zum Film leistet, zeigt sich auch daran, dass Casting Directors und andere prägende Filmschaffende im Rahmen des Deutschen Filmpreises bereits besonders gewürdigt wurden.
Unterschied zum Deutschen Schauspielpreis
Der Deutsche Filmpreis zeichnet zahlreiche Bereiche einer Kinoproduktion aus – von Film, Regie und Drehbuch bis zu Schauspiel, Kamera, Musik und Szenenbild.
Der Deutsche Schauspielpreis konzentriert sich dagegen speziell auf darstellerische Leistungen in Film-, Fernseh- und Streamingproduktionen. Die Lola ist somit breiter auf den deutschen Kinofilm ausgerichtet, während beim Deutschen Schauspielpreis der Schauspielberuf selbst im Mittelpunkt steht.
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