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Audition

Eine Audition ist ein Vorsprechen, Vorsingen oder Vortanzen, bei dem Bewerber ihr Können für eine bestimmte Rolle oder Produktion präsentieren. Auditions werden vor allem bei Film, Fernsehen, Theater, Musical, Tanz, Musik und Werbung durchgeführt.

Ziel ist es, die künstlerischen Fähigkeiten, die Ausstrahlung und die Eignung einer Person für ein konkretes Projekt zu beurteilen. Eine Audition kann vor Ort, per Video, als Online-Termin oder in Form eines vorab aufgenommenen Self-Tapes stattfinden.

Was ist der Unterschied zwischen Audition und Casting?

Die Begriffe Audition und Casting werden häufig gleichbedeutend verwendet. Ein Casting bezeichnet jedoch den gesamten Auswahlprozess für eine Rolle oder Produktion. Dazu können Profilrecherche, Vorauswahl, Interviews, Auditions, Self-Tapes und mehrere Entscheidungsrunden gehören.

Die Audition ist meistens der praktische Teil dieses Prozesses. Bewerber zeigen eine Szene, einen Monolog, ein Lied, eine Choreografie oder eine andere vorbereitete Darbietung.

Vereinfacht gesagt:

* Casting: gesamter Prozess der Rollenbesetzung

* Audition: konkrete künstlerische Präsentation innerhalb dieses Prozesses

In der Praxis werden die Begriffe je nach Branche, Land und Produktion unterschiedlich verwendet.

Welche Arten von Auditions gibt es?

Auditions können auf verschiedene Weise durchgeführt werden.

Live-Audition

Bei einer Live-Audition präsentieren sich Bewerber persönlich vor Regie, Produktion, Choreografie oder Casting Director. Dabei können direkt Rückfragen gestellt oder alternative Varianten einer Szene ausprobiert werden.

Video-Audition und Self-Tape

Bei einem Self-Tape nehmen Bewerber ihre Darbietung selbst auf und reichen das Video digital ein. Dieses Verfahren ermöglicht eine schnelle Vorauswahl und wird besonders häufig für Film-, Fernseh- und Werbeproduktionen genutzt.

Online-Audition

Eine Online-Audition findet live per Videokonferenz statt. Sie verbindet Elemente eines persönlichen Vorsprechens mit den Möglichkeiten eines Online Castings. Regie oder Casting können unmittelbar Anweisungen geben und verschiedene Varianten ausprobieren lassen.

Open Audition

Eine offene Audition richtet sich an einen größeren Bewerberkreis. Häufig ist keine vorherige Einladung erforderlich. Solche Termine kommen beispielsweise bei Musicals, Tanzproduktionen oder der Suche nach Nachwuchstalenten vor.

Closed Audition

Bei einer geschlossenen Audition werden ausschließlich ausgewählte Personen eingeladen. Die Vorauswahl erfolgt meistens anhand von Sedcards, Showreels, Demobändern, Empfehlungen oder Agenturvorschlägen.

Wie läuft eine Audition ab?

Der genaue Ablauf hängt von der Produktion und der gesuchten Rolle ab. Häufig erhalten Bewerber vorab ein Briefing mit Angaben zu Termin, Rolle, Kleidung und vorzubereitendem Material.

Ein typischer Ablauf kann folgende Schritte umfassen:

1. Anmeldung und kurze Vorstellung

2. Aufnahme grundlegender Angaben

3. Präsentation der vorbereiteten Szene

4. weitere Variante nach Anweisung

5. Improvisation oder zusätzliche Aufgabe

6. kurzes Gespräch mit Casting oder Regie

7. Rückmeldung zu möglichen weiteren Auswahlrunden

Bei Schauspielproduktionen werden häufig sogenannte Sides verschickt. Dabei handelt es sich um ausgewählte Szenen aus dem Drehbuch, die für die Audition vorbereitet werden sollen. Je nach Vorgabe muss der Text auswendig gelernt oder darf während des Vorsprechens verwendet werden.

Wie bereitet man sich auf eine Audition vor?

Eine gute Vorbereitung beginnt mit dem genauen Lesen der Einladung und aller bereitgestellten Unterlagen. Bewerber sollten verstehen, welche Rolle gesucht wird und welche Form der Präsentation erwartet wird.

Zur Vorbereitung gehören:

* Briefing und Rollenbeschreibung vollständig lesen

* Text, Song oder Choreografie sicher vorbereiten

* Aussprache und mögliche Betonungen üben

* verschiedene Interpretationen ausprobieren

* passende, aber nicht verkleidete Kleidung auswählen

* Anfahrt oder Technik rechtzeitig prüfen

* benötigte Unterlagen und Dateien bereithalten

* pünktlich und konzentriert erscheinen

Bei einem Monolog oder einer Szene sollte nicht nur der Text beherrscht werden. Entscheidend ist, dass die Situation, die Motivation der Figur und die Beziehung zu anderen Rollen verstanden werden.

Was wird bei einer Audition bewertet?

Bei einer Audition geht es nicht ausschließlich darum, die technisch beste Darbietung zu zeigen. Casting und Regie prüfen, ob eine Person zur Rolle, zum Ensemble und zur geplanten Inszenierung passt.

Bewertet werden können:

* schauspielerisches, musikalisches oder tänzerisches Können

* Ausstrahlung und Präsenz

* Stimme und Verständlichkeit

* Körpersprache und Bewegung

* Vorbereitung und Textsicherheit

* Fähigkeit, Regieanweisungen umzusetzen

* Konzentration und Professionalität

* Zusammenspiel mit anderen Darstellern

* Eignung für Rolle und Gesamtbesetzung

Eine Absage bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Leistung schlecht war. Häufig entscheiden bestimmte Rollenanforderungen, die optische Zusammenstellung eines Ensembles oder die Wirkung im Zusammenspiel mit bereits besetzten Personen.

Was ist ein Callback?

Ein Callback ist eine Einladung zu einer weiteren Auswahlrunde. Wer einen Callback erhält, gehört meist zu einem engeren Kreis möglicher Besetzungen.

In dieser Runde können zusätzliche Szenen, neue Anweisungen oder gemeinsame Proben mit anderen Darstellern folgen. Bei Film- und Fernsehproduktionen wird dabei häufig geprüft, wie gut verschiedene Personen miteinander harmonieren.

Ein Callback ist ein positives Signal, stellt aber noch keine verbindliche Zusage dar.

Welche Rolle spielen Self-Tapes bei modernen Auditions?

Self-Tapes sind inzwischen ein fester Bestandteil vieler Auswahlverfahren. Sie sparen Reiseaufwand und ermöglichen es Produktionen, Bewerber aus unterschiedlichen Regionen zu berücksichtigen.

Für ein überzeugendes Self-Tape sind wichtig:

* ruhiger und neutraler Hintergrund

* gute Beleuchtung

* verständlicher Ton

* stabile Kamera

* passender Bildausschnitt

* Einhaltung der vorgegebenen Dateiformate

* rechtzeitige Übermittlung

Die Aufnahme sollte professionell wirken, aber nicht wie ein fertig produzierter Film inszeniert werden. Im Mittelpunkt stehen die darstellerische Leistung und die Eignung für die Rolle.

Auditions für Schauspiel, Musik und Tanz

Je nach Bereich unterscheiden sich die Anforderungen deutlich.

Schauspiel:
Vorbereitung einer Szene, eines Monologs oder einer Improvisation. Häufig werden mehrere Spielvarianten verlangt.

Musical und Gesang:
Vortrag eines oder mehrerer Songs, teilweise ergänzt durch eine Schauspiel- und Tanzprüfung.

Tanz:
Präsentation einer vorbereiteten Choreografie oder Erlernen einer Kombination vor Ort.

Models und Werbung:
Auditions können kurze Spielszenen, Produktpräsentationen, Bewegungsabläufe oder eine Vorstellung vor der Kamera umfassen. Bei reinen Fotoshootings wird häufiger von Casting oder Go-see gesprochen.

Was sollte man bei einer Audition vermeiden?

Unpünktlichkeit, fehlende Vorbereitung oder das Ignorieren klarer Vorgaben können einen unprofessionellen Eindruck hinterlassen.

Vermieden werden sollten:

* eigenmächtige Änderungen am verlangten Material

* starke Kostümierung ohne entsprechende Aufforderung

* ungefragte Filter oder Effekte bei Self-Tapes

* Entschuldigungen vor Beginn der Darbietung

* Diskussionen über jede Regieanweisung

* Veröffentlichung vertraulicher Szenen im Internet

* wiederholte Nachfragen unmittelbar nach der Audition

Professionelles Auftreten bedeutet nicht, fehlerfrei zu sein. Wichtiger sind Konzentration, Offenheit und die Fähigkeit, konstruktiv mit neuen Anweisungen umzugehen.

Eine Audition ermöglicht es Bewerbern, ihre Fähigkeiten praktisch zu zeigen und einer Rolle eine persönliche Interpretation zu geben. Sie ist damit ein zentraler Bestandteil vieler Auswahlverfahren in Schauspiel, Musik, Tanz und Werbung.

→ Mehr Informationen finden Sie hier: Schauspieler und Darsteller für Produktionen buchen.

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