Produkttest
Ein Produkttest untersucht, wie ein Produkt von ausgewählten Personen wahrgenommen, verwendet und bewertet wird. Unternehmen und Hersteller nutzen Produkttests, um Qualität, Bedienung, Gestaltung, Wirkung oder Akzeptanz eines Produktes unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen.
Getestet werden können beispielsweise Lebensmittel, Kosmetik, Haushaltsgeräte, Technikprodukte, Kleidung, Verpackungen, Apps oder noch nicht veröffentlichte Prototypen. Je nach Zielsetzung findet der Test zu Hause, in einem Studio, in einem Testlabor, online oder direkt am späteren Einsatzort statt.
Damit die Ergebnisse für das Unternehmen relevant sind, sollten die eingesetzten Testpersonen möglichst genau zur vorgesehenen Zielgruppe passen.
Welche Ziele hat ein Produkttest?
Ein Produkttest kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Produktentwicklung durchgeführt werden. Frühe Tests helfen dabei, Schwächen vor der Markteinführung zu erkennen. Spätere Tests können zeigen, wie ein bereits erhältliches Produkt im Vergleich zu Alternativen wahrgenommen wird.
Typische Fragestellungen sind:
* Wie verständlich ist das Produkt?
* Wie einfach lässt es sich verwenden?
* Wie werden Design, Verpackung oder Material bewertet?
* Erfüllt das Produkt die Erwartungen der Zielgruppe?
* Welche Eigenschaften werden besonders positiv wahrgenommen?
* An welchen Stellen entstehen Probleme oder Unsicherheiten?
* Würden Teilnehmer das Produkt kaufen oder weiterempfehlen?
* Wie schneidet es im Vergleich zu anderen Produkten ab?
* Welche Verbesserungen wünschen sich die Nutzer?
Die Ergebnisse können in die Produktentwicklung, das Marketing, die Verpackungsgestaltung oder die Kommunikation einer Marke einfließen.
Welche Arten von Produkttests gibt es?
Produkttests können abhängig von Produkt, Entwicklungsstand und Untersuchungsziel unterschiedlich aufgebaut sein.
Anwendungstest
Die Testpersonen verwenden das Produkt in einer vorgesehenen Alltagssituation. Dabei wird untersucht, ob es praktisch, verständlich und zuverlässig funktioniert.
Vergleichstest
Mehrere Produkte oder Produktvarianten werden miteinander verglichen. Die Teilnehmer bewerten beispielsweise Geschmack, Gestaltung, Handhabung oder wahrgenommene Qualität.
Blindtest
Markenname, Hersteller oder Verpackung sind für die Teilnehmer nicht erkennbar. Dadurch soll die Bewertung möglichst wenig von der Bekanntheit oder dem Image einer Marke beeinflusst werden.
Home-Use-Test
Das Produkt wird über einen festgelegten Zeitraum im eigenen Alltag getestet. Diese Methode eignet sich beispielsweise für Kosmetik, Haushaltsprodukte, Lebensmittel oder technische Geräte.
Studiotest
Die Nutzung findet unter kontrollierten Bedingungen statt. Das Projektteam kann Reaktionen beobachten, Aufgaben stellen und unmittelbar Rückfragen stellen.
Prototypentest
Eine noch nicht fertige Produktversion wird getestet, bevor sie in größerer Stückzahl hergestellt oder veröffentlicht wird. So können Schwächen bereits während der Entwicklung erkannt werden.
Wie läuft ein Produkttest ab?
Vor Beginn werden Testziel, Zielgruppe und Bewertungskriterien festgelegt. Anschließend werden geeignete Teilnehmer gesucht und anhand definierter Voraussetzungen ausgewählt.
Ein typischer Ablauf umfasst:
1. Festlegung des Untersuchungsziels
2. Definition der gesuchten Zielgruppe
3. Rekrutierung und Screening der Testpersonen
4. Einweisung in Aufgabe und Testablauf
5. Ausgabe oder Bereitstellung des Produktes
6. Nutzung unter vorgegebenen Bedingungen
7. Befragung oder Beobachtung
8. Auswertung der Ergebnisse
Je nach Projekt beantworten die Teilnehmer Fragebögen, führen ein Nutzungstagebuch, nehmen an einem Interview teil oder berichten in einer Gruppendiskussion über ihre Erfahrungen.
Welche Testpersonen werden gesucht?
Nicht jeder Produkttest benötigt dieselben Menschen. Entscheidend ist, wer das Produkt später kaufen, nutzen oder empfehlen soll.
Auswahlkriterien können beispielsweise sein:
* Alter und Geschlecht
* Wohnort und Haushaltsgröße
* Beruf und Lebenssituation
* Interessen und Freizeitverhalten
* Kauf- und Konsumgewohnheiten
* Nutzung vergleichbarer Produkte
* Erfahrung mit einer bestimmten Marke
* technische Kenntnisse
* Haut- oder Haartyp
* Ernährungsweise
* Familienstand und Kinder
* besondere körperliche Voraussetzungen
Bei einem Produkt für Familien können beispielsweise Eltern mit Kindern benötigt werden. Für eine neue App werden möglicherweise Menschen mit bestimmten Geräten oder Nutzungsgewohnheiten gesucht. Ein Kosmetiktest kann sich gezielt an Personen mit einem bestimmten Hauttyp richten.
Rekrutierung und Screening
Geeignete Testpersonen werden häufig über Communities, Datenbanken, gezielte Aufrufe oder eine professionelle Probandenrekrutierung gefunden.
Vor der Teilnahme erfolgt meist ein Screening. Dabei wird geprüft, ob Interessierte tatsächlich zur gesuchten Zielgruppe gehören und alle Voraussetzungen erfüllen.
Typische Screening-Fragen betreffen:
* bisherige Erfahrungen mit der Produktkategorie
* Verwendung bestimmter Marken
* Kaufhäufigkeit und Nutzungsverhalten
* Allergien oder Unverträglichkeiten
* berufliche Verbindungen zum Hersteller oder Wettbewerb
* Teilnahme an ähnlichen Tests
* zeitliche und regionale Verfügbarkeit
Eine sorgfältige Auswahl verhindert, dass ungeeignete oder mehrfach teilnehmende Personen die Ergebnisse beeinflussen.
Unterschied zwischen Produkttest und Usability-Test
Ein Produkttest untersucht häufig die allgemeine Wahrnehmung und Qualität eines Produktes. Dazu können Geschmack, Design, Material, Verpackung, Leistung oder Kaufinteresse gehören.
Bei einem Usability-Test steht dagegen insbesondere die Bedienbarkeit im Mittelpunkt. Geprüft wird, ob Menschen das Produkt verstehen und bestimmte Aufgaben erfolgreich ausführen können.
Beide Verfahren können miteinander kombiniert werden. Eine Testperson kann beispielsweise zunächst die Bedienung eines Gerätes erproben und anschließend Qualität, Gestaltung und Gesamteindruck bewerten.
Produkttests als Teil der Marktforschung
Produkttests können Bestandteil der Marktforschung sein. Unternehmen erhalten dadurch Erkenntnisse über Bedürfnisse, Erwartungen und Reaktionen ihrer Zielgruppe.
Während einer quantitativen Untersuchung bewerten häufig viele Teilnehmer das Produkt anhand einheitlicher Fragen. Qualitative Produkttests arbeiten dagegen mit kleineren Gruppen, Interviews oder ausführlichen Beobachtungen.
Eine große Teilnehmerzahl allein macht einen Produkttest nicht automatisch repräsentativ. Dafür müssen Auswahl, Zusammensetzung und Untersuchungsmethode zur jeweiligen Grundgesamtheit passen.
Vergütung und Aufwandsentschädigung
Ob Testpersonen bezahlt werden, hängt von Dauer, Aufwand und Anforderungen ab. Kurze Produkttests können mit einem kostenlosen Testprodukt vergütet werden. Bei umfangreicheren Tests, Interviews oder Terminen vor Ort wird häufig eine Aufwandsentschädigung oder ein Honorar vereinbart.
Vor der Teilnahme sollte transparent geklärt werden:
* wie lange der Test dauert
* wo er stattfindet
* welche Aufgaben vorgesehen sind
* ob das Produkt behalten werden darf
* ob Reise- oder Nebenkosten übernommen werden
* wie und wann die Vergütung erfolgt
Vertraulichkeit und Datenschutz
Bei Tests vor einer Markteinführung erhalten Teilnehmer möglicherweise Einblick in Produkte, Designs oder Funktionen, die noch nicht öffentlich bekannt sind. In solchen Fällen kann eine Vertraulichkeitsvereinbarung erforderlich sein.
Werden personenbezogene Angaben, Fotos, Videos oder Sprachaufnahmen erhoben, müssen die Teilnehmer außerdem über Zweck, Nutzung, Empfänger und Speicherdauer informiert werden. Eine Teilnahme an einem Produkttest bedeutet nicht automatisch, dass Bild- oder Videomaterial öffentlich für Werbung verwendet werden darf.
Produkttests verbinden Unternehmen mit den Menschen, für die ein Produkt entwickelt wurde. Die gezielte Auswahl geeigneter Testpersonen ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für praxisnahe und verwertbare Ergebnisse.
→ Unternehmen, Hersteller und Agenturen finden hier passende Probanden und Testpersonen für Produkt- und Anwendungstests.