Usability-Test
Ein Usability-Test untersucht, wie verständlich, einfach und angenehm ein Produkt oder eine Anwendung von Menschen genutzt werden kann. Dafür bearbeiten ausgewählte Testpersonen typische Aufgaben, während ihre Handlungen, Reaktionen und mögliche Schwierigkeiten beobachtet werden.
Getestet werden beispielsweise Websites, Apps, Software, technische Geräte, Automaten, Bedienoberflächen, Fahrzeuge oder noch nicht veröffentlichte Prototypen. Ziel ist es, Probleme aus Sicht realer Nutzer frühzeitig zu erkennen und die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Damit die Ergebnisse aussagekräftig sind, sollten die eingesetzten Testpersonen möglichst genau zur späteren Zielgruppe des Produktes passen.
Was bedeutet Usability?
Der Begriff Usability beschreibt die Gebrauchstauglichkeit oder Benutzerfreundlichkeit eines Produktes. Eine gute Usability ermöglicht es Menschen, ihr Ziel möglichst einfach, verständlich und ohne unnötige Fehler zu erreichen.
Dabei spielen unter anderem folgende Fragen eine Rolle:
* Ist die Bedienung leicht verständlich?
* Finden Nutzer wichtige Funktionen schnell?
* Sind Texte, Symbole und Hinweise eindeutig?
* Können Aufgaben ohne fremde Hilfe erledigt werden?
* An welchen Stellen entstehen Fehler oder Unsicherheiten?
* Wie zufrieden sind die Nutzer mit dem Ablauf?
* Ist das Produkt auch für Menschen mit wenig Erfahrung bedienbar?
Ein technisch funktionierendes Produkt besitzt nicht automatisch eine gute Usability. Erst im praktischen Einsatz zeigt sich häufig, ob Menschen die vorgesehenen Funktionen tatsächlich verstehen und nutzen können.
Wie läuft ein Usability-Test ab?
Vor dem Test legt das Projektteam fest, welche Funktionen, Abläufe und Fragestellungen untersucht werden sollen. Anschließend werden passende Testpersonen ausgewählt und mit konkreten Aufgaben konfrontiert.
Ein typischer Ablauf besteht aus mehreren Schritten:
1. Definition der Zielgruppe und Testziele
2. Rekrutierung geeigneter Testpersonen
3. Screening und Auswahl der Teilnehmer
4. Vorbereitung von Aufgaben und Testszenarien
5. Durchführung des Tests
6. Beobachtung und Dokumentation
7. Befragung der Teilnehmer
8. Auswertung der Ergebnisse
Die Testpersonen sollen die Aufgaben möglichst selbstständig bearbeiten. Dabei wird nicht geprüft, ob sie sich richtig oder falsch verhalten. Vielmehr zeigt ihr Verhalten, an welchen Stellen das Produkt verständlich ist und wo Verbesserungsbedarf besteht.
Welche Methoden gibt es?
Usability-Tests können vor Ort oder digital durchgeführt werden. Die geeignete Methode hängt vom Produkt, Entwicklungsstand und Untersuchungsziel ab.
Typische Formen sind:
* Moderierter Usability-Test: Eine Testleitung stellt Aufgaben, beobachtet den Ablauf und kann Rückfragen stellen.
* Unmoderierter Test: Die Teilnehmer bearbeiten die Aufgaben selbstständig, häufig über eine digitale Testplattform.
* Remote-Usability-Test: Testperson und Moderation befinden sich an unterschiedlichen Orten und kommunizieren per Video.
* Test im Labor: Der Ablauf findet in einer kontrollierten Umgebung statt und kann detailliert aufgezeichnet werden.
* Test im Nutzungskontext: Das Produkt wird dort getestet, wo es später tatsächlich verwendet werden soll.
* Prototypentest: Eine noch nicht fertige Anwendung oder Bedienoberfläche wird bereits während der Entwicklung überprüft.
* Think-Aloud-Methode: Die Testperson spricht während der Nutzung ihre Gedanken, Erwartungen und Unsicherheiten aus.
Zusätzlich können Klickwege, Bearbeitungszeiten, Abbrüche, Fehler oder Blickbewegungen erfasst werden.
Welche Testpersonen werden benötigt?
Die Auswahl richtet sich nach der vorgesehenen Zielgruppe des Produktes. Eine Banking-App für ältere Menschen sollte beispielsweise nicht ausschließlich mit technikerfahrenen jungen Erwachsenen getestet werden.
Mögliche Auswahlkriterien sind:
* Alter und Geschlecht
* Wohnort und Sprache
* Beruf und Ausbildung
* technische Erfahrung
* Nutzung bestimmter Geräte
* Erfahrungen mit vergleichbaren Produkten
* Konsum- und Kaufverhalten
* Mobilität oder körperliche Voraussetzungen
* besondere Lebenssituationen
* Einschränkungen beim Sehen, Hören oder Bedienen
Für manche Tests werden bewusst erfahrene Nutzer gesucht. In anderen Fällen sind Personen besonders wertvoll, die das Produkt zum ersten Mal sehen und ohne Vorwissen bedienen sollen.
Rekrutierung und Screening von Testpersonen
Geeignete Teilnehmer werden häufig über Datenbanken, Communities, gezielte Aufrufe oder eine spezialisierte Probandenrekrutierung gefunden.
Vor der Teilnahme findet meist ein Screening statt. Dabei wird geprüft, ob die Person die erforderlichen Merkmale erfüllt und nicht aufgrund bestimmter Vorkenntnisse oder beruflicher Verbindungen ausgeschlossen werden muss.
Das Screening kann unter anderem Fragen enthalten zu:
* bisheriger Produktnutzung
* verwendeten Geräten und Betriebssystemen
* beruflichem Hintergrund
* Kauf- und Nutzungsgewohnheiten
* Verfügbarkeit und Standort
* möglichen Einschränkungen
* Teilnahme an früheren Tests
Eine sorgfältige Rekrutierung verhindert, dass ungeeignete Teilnehmer die Ergebnisse verfälschen. FAMEONME kann dafür passende Probanden und Testpersonen aus unterschiedlichen Altersgruppen, Regionen, Berufen und Lebenssituationen ansprechen und vorqualifizieren.
Unterschied zwischen Usability-Test und Produkttest
Bei einem Usability-Test steht die Bedienbarkeit im Mittelpunkt. Untersucht wird, ob Menschen ein Produkt verstehen und typische Aufgaben damit erfolgreich erledigen können.
Ein Produkttest kann breiter angelegt sein. Dabei werden beispielsweise Qualität, Geschmack, Design, Verpackung, Wirkung oder allgemeine Zufriedenheit bewertet.
Beide Testformen können sich überschneiden. Bei einem neuen Küchengerät kann beispielsweise sowohl die Bedienung als auch die Leistung des Produktes untersucht werden.
Usability-Test und Marktforschung
Usability-Tests können Teil der Marktforschung oder der Produktentwicklung sein. Während klassische Marktforschung häufig Einstellungen, Bedürfnisse und Kaufabsichten untersucht, konzentriert sich ein Usability-Test auf das tatsächliche Verhalten bei der Nutzung.
Befragte Personen können ein Produkt grundsätzlich positiv bewerten und dennoch Schwierigkeiten bei der Bedienung haben. Deshalb sind Beobachtungen häufig ebenso wichtig wie die Antworten in einem Fragebogen.
Vergütung von Testpersonen
Je nach Dauer, Aufwand und Anforderungen erhalten Teilnehmer eine Vergütung oder Aufwandsentschädigung.
Die Höhe kann unter anderem davon abhängen:
* wie lange der Test dauert
* ob die Teilnahme online oder vor Ort erfolgt
* wie speziell die gesuchte Zielgruppe ist
* ob Vorbereitungen notwendig sind
* ob Bild-, Ton- oder Bildschirmaufnahmen entstehen
* ob mehrere Testtermine vorgesehen sind
* ob Reisezeiten und Fahrtkosten anfallen
Aufgabe, Zeitaufwand und Vergütung sollten vor der verbindlichen Teilnahme transparent kommuniziert werden.
Datenschutz und Aufzeichnungen
Während eines Usability-Tests können persönliche Angaben, Bildschirmaufnahmen, Klickverläufe, Sprachaufnahmen oder Videos entstehen. Die Teilnehmer müssen deshalb verständlich darüber informiert werden, welche Daten erhoben und wofür sie verwendet werden.
Vor Beginn sollte insbesondere geklärt werden:
* wer den Test durchführt
* welche Daten und Aufnahmen entstehen
* wer Zugriff auf die Ergebnisse erhält
* ob die Auswertung anonymisiert erfolgt
* wie lange Daten gespeichert werden
* ob Material intern präsentiert oder veröffentlicht wird
* ob vertrauliche Informationen gezeigt werden
* welche Einwilligungen erforderlich sind
Bei noch nicht veröffentlichten Produkten kann zusätzlich eine Vertraulichkeitsvereinbarung erforderlich sein.
Usability-Tests machen sichtbar, wie Produkte von echten Menschen tatsächlich verstanden und verwendet werden. Die gezielte Auswahl passender Testpersonen bildet dabei die Grundlage für belastbare und praxisnahe Ergebnisse.
→ Unternehmen, Agenturen und Forschungseinrichtungen finden hier passende Probanden und Testpersonen für Usability- und Produkttests.